- Herzlich Willkommen zu tutti.info 3/2026
Es war das heißeste Wochenende dieses Jahres, als sich das BDLO-Präsidium Ende Juni zu seiner lange voraus geplanten Sitzung in Dresden traf. „Warum tun wir uns das an?“ fragten wir uns angesichts überforderter Bahnverbindungen und Klimaanlagen. „Wir tun es für uns, für euch, für die Amateurmusik!“ postulierte unser Präsidiumsmitglied Susanne Häbe und verfasste auf der witterungsbedingt überlangen Bahnfahrt zurück nach Stuttgart den Artikel „BDLO – alles nur Amateure?“
BDLO sind wir alle, und so ist diese Ausgabe dem BDLO und der bunten und vielfältigen Welt der Amateurmusik gewidmet. Bunt kann dabei sogar die Konzertkleidung sein, siehe unser Titelbild mit dem Berliner Orchester concentus alius.
Großen Applaus gab es für das Bundesamateurorchester in Würzburg und für die Innphilharmonie in Florenz. Das Ford-Sinfonieorchester feiert sein 90-jähriges Jubiläum. Der Landesverband Nord brachte Mahlers 3. Sinfonie auf die Bühne, das Studienstiftungsorchester NRW zwei wenig bekannte Werke […]
Applaus
- Am Pfingstwochenende vom 22.–25. Mai 2026 fand das diesjährige Bundesamateurorchester des BDLO statt. Unter der Leitung von Prof. Michael Böttcher versammelten sich Musikerinnern und Musiker aus ganz Deutschland für dieses musikalische Projekt, um gemeinsam ein abwechslungsreiches Konzertprogramm zu erarbeiten. Unter dem Titel „Märchenbilder“ standen in diesem Jahr neben Johann Sebastian Bachs berühmter Chaconne (arrangiert von Joseph Joachim Raff), die Ouvertüre zu Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck sowie Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky in der Instrumentierung von Maurice Ravel auf dem Programm.
Das Projekt fand erneut in der Bayerische Musikakademie Hammelburg statt – einer ehemaligen Klosteranlage, deren historische Gemäuer eine ganz besondere Atmosphäre schufen. Neben der intensiven Probenarbeit gab es auch außerhalb der Probenräume die Gelegenheit, gemeinsame Erfahrungen zu sammeln und als Gemeinschaft noch mehr zusammenzuwachsen. Ob bei den Stimmproben mit den wunderbaren Dozentinnen, bei gemeinsamen Mahlzeiten oder Spaziergängen im alten Klostergarten – es gab immer […]
Innphilharmonie Rosenheim mit außergewöhnlichen Konzerten in der Toskana
Mit zwei beeindruckenden Konzerten hat die Innphilharmonie Rosenheim ihre enge Verbindung zur italienischen Musikmetropole Florenz vertieft und sich zugleich als kultureller Botschafter der Region Rosenheim präsentiert. 67 Ensemblemitglieder reisten Anfang Juni in die Toskana, um gemeinsam mit italienischen Partnern ein musikalisches Zeichen für Freundschaft, Verständigung und die verbindende Kraft der Musik zu setzen.
Den Höhepunkt bildete eine Aufführung von Ludwig van Beethovens Neunter Symphonie und Karl Jenkins Friedensmesse „The Armed Man“ im Teatro Tenda von Florenz. Gemeinsam mit mehreren italienischen Ensembles standen rund 320 Mitwirkende auf der Bühne. Die monumentale Besetzung verlieh den beiden Werken eine außergewöhnliche Wirkung. Das Publikum dankte den Musikern mit begeistertem Applaus. Am folgenden Abend stand die Innphilharmonie Rosenheim alleine im Mittelpunkt. In der traditionsreichen Kirche Santa Trinita im historischen Zentrum von Florenz präsentierte das Ensemble Wolfgang Amadeus Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ sowie die festliche Krönungsmesse. Die […]
Vom Salon- zum Sinfonieorchester
Ford baut Autos – das weiß ja jeder. In Amerika schon seit 1903, in Deutschland seit 1926 und in Köln seit 1931. Ford hat ein eigenes Orchester, und zwar in Köln seit 1936 – das weiß nicht jeder. Der Zufall half mit: Unter den 3.000 Mitarbeitern der noch jungen Ford-Werke in Köln-Niehl treffen sich auf einer Treppe zwei alte Schulfreunde, Jakob Breuer und Karl Fey. Beide sind musikbegeistert, Breuer bläst Trompete, Fey spielt Geige. Und in beiden entzündet sich derselbe Gedanke: gemeinsam Musik zu machen und mit anderen musizierenden Mitarbeitern ein eigenes Ensemble auf die Beine zu stellen. Am 30. September 1936 kommen 15 Musikfreunde zur ersten Probe im Gasthaus „Kölner Hof“ in Niehl zusammen – die Geburtsstunde des Orchesters. Erster Dirigent wird Karl Fey, die 15 Musikanten spielen Unterhaltungs- und Salonmusik, Walzer, Potpourris und Weihnachtslieder vorwiegend bei werksinternen Veranstaltungen.
1945 beginnt erneut die Probenarbeit. […]
Norddeutsches Orchesterprojekt – Fast 100 Amateure spielen Gustav Mahlers 3. Sinfonie
Sie spielen in Orchestern in Lübeck, Hamburg, Stralsund oder Bremen, im richtigen Leben sind sie Mathematikerin, Lehrerin, Kurierfahrer, Polizist oder anderes. Am Sonntag, den 7. Juni, aber sind sie zusammenkommen, um eine gewaltige Sinfonie aufzuführen: Rund 200 Menschen spielten dann die längste Sinfonie, die je komponiert wurde – Gustav Mahlers Sinfonie Nummer drei. Das Besondere: Hier waren keine Profis am Werk, sondern hoch motivierte und gut ausgebildete Hobby-Musiker. In seiner Heimatstadt hat jeder mindestens ein semiprofessionelles Orchester im Hintergrund. Aber hier trafen sie sich wie in einer Art Nationalmannschaft: Ein Projekt des Landesverbands norddeutscher Liebhaberorchester (BDLO) führte Musiker aller Kategorien zusammen. Bei der Aufführung waren auch zwei Chöre und eine Altistin für eine Solopartie dabei.
Ein Orchester von Hobby-MusikernDas Konzert fand in der Hamburger Laeiszhalle statt. Jeder übte seine […]
- Die KI weiß alles. Doch auf meine Frage, ob das Bassposaunenkonzert von Elizabeth Raum oder die Serenade D-Dur von Ethel Smyth in Deutschland schon einmal öffentlich aufgeführt wurden, blieb die Antwort vage. Doch jetzt ist klar, am 7. Juni 2026 erklangen beide Werke beim Sinfoniekonzert ‚Musik im Museum‘ im Kunstmuseum Bochum, präsentiert vom Studienstiftungsorchester NRW unter der Leitung von Joss Reinicke.
Das Konzert für Bassposaune und Orchester der kanadischen Komponistin Elizabeth Raum hatte unser Solist Benjamin Joost-Meyer zu Bakum entdeckt. Raum (geb. 1945) ist eine der vielfältigsten Komponistinnen ihres Landes. Im Jahr 2007 komponierte sie auf Anfrage von Kollegen und Schülern des Bassposaunisten Douglas Sparkes – seit 1974 beim Vancouver Symphony Orchestra und Dozent an der University of British Columbia sowie an vielen anderen lokalen Musikhochschulen – ein Konzert für Bassposaune als Geschenk zu seinem 60. Geburtstag. Hier glänzt die Bassposaune begleitet von Streichern und Schlagwerk. Herzlichen Glückwunsch, […]
Musikalische Sternstunden: Prohliser Stadtteiloper „Plattenspieler:innen“ bejubelt
Ist es möglich, einen ganzen Stadtteil nicht nur musikalisch zu bespielen, sondern selbst zum Klingen zu bringen? Diese Frage stellten sich die Macher:innen von Musaik – Grenzenlos musizieren vor geraumer Zeit. Mit großem Engagement, viel Herzblut und der ganzen Community entstand Stück für Stück eine Oper, die insgesamt 300 Mitwirkende – Kinder, Jugendliche, professionelle und Amateur-Musiker:innen – auf der Bühne vereinte. Unter dem Titel „Plattenspieler:innen“ ging die Oper am 19. und 20. Juni 2026 auf die eigens errichtete Bühne in der Sporthalle in Dresden-Prohlis.
Drei Jahre Vorarbeit
Von der Idee bis zur Aufführung war es ein langer Weg, denn viel musste bedacht werden: Wen sprechen wir im Stadtteil an, wie entsteht aus vielen kleinen Teilen eine große Oper? Was wollen wir erreichen? Wie können wir das finanzieren? Als es konkret um Arrangement-Erstellung, Kostümverleih, Team-Zusammenstellung und Planung des Bühnenaufbaus ging, war die Ziellinie dann […]
Was mir als Teilnehmerin in Erinnerung blieb
Eine Fünf-Tage-Reise im August 2026, gute drei Tage davon in Oslo, prall angefüllt mit Informationen und Konzerterlebnissen.
Schon auf der Fähre von Kiel nach Oslo bot Wulf Hilbert eine powerpointgestützte Einführung zu den wesentlichen Elementen unserer Reise samt Erklärungen zum „nordischen Ton“, der sich auf unterschiedliche Weise, abgeleitet von der Volksmusik, charakteristisch durch viele Musikstile zieht.
Uns erwartete eine intensive Mischung aus Vorträgen, Diskussionen, geführten Spaziergängen an musikalisch bedeutsamen Häusern, Skulpturen und Monumenten vorbei und an jedem Tag einem hochwertigen Konzert.
Gleich am ersten Abend eine jazzmäßig hinreißend interpretierte Musik von E. Schulhoff und Kurt Weill (Arr. von „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ für Saxophon, Klavier und Streichquartett im Rahmen des Kammermusikfestivals), die wir hautnah im Café Haakon nahe des Konzerthauses hörten. Am nächsten Tag gab es vom norwegisch-schwedischen Streichquartett „Opus 13“ (benannt nach dem virtuosen Mendelssohn-Quartett op. 13) Mozarts Disssonanzen-Quartett und Griegs […]
- Das Rügener Inselorchester (RIO) feierte sein fünfjähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert am 8. August 2026 und lockte damit wieder mehr als 500 Besucherinnen und Besucher in den Marstall in Putbus.
Mitten in der Corona-Pandemie von einer Handvoll engagierter, musikbegeisterter Laien gegründet, ist das Orchester innerhalb kurzer Zeit zu einer festen Institution auf der Insel geworden, die jeden Sommer Dutzende Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland und mehrere Hundert musikinteressierte Zuhörerinnen und Zuhörer nach Putbus lockt. Organisiert wird das Sommerprojekt von einem ebenfalls überall im Land ansässigen Team, das die Probenwoche und das Konzert in Online-Meetings übers Jahr hinweg auf die Beine stellt, ehe dann Anfang August die Ergebnisse auf der Insel erklingen.
Für das Jubiläumskonzert hatte das Orchester ein abwechslungsreiches Programm mit Bekanntem und weniger Bekanntem zusammengestellt. Nachdem zunächst die eigens für das Orchester komponierte „RIO-Hymne“ von Jan Breuers erklungen war, stellten die rund 70 Musikerinnen und Musiker Werke […]
Vergnügliches Segeln im Notenmeer am Seddiner See vom 18.09.-20.09.2026
Unsere musikalische Begegnung am vorletzten Septemberwochenende des Jahres 2026 – das der Landesmusikrat Berlin zum „Jahr der Amateurmusik“ ausgerufen hat – fand in spätsommerlich-frühherbstlicher Stimmung statt. Einige Mutige sprangen sogar noch in den Seddiner See gleich neben dem Tagungsort. Sie kamen leicht fröstelnd aus dem Wasser, haben sich aber bei der anschließenden Probe schnell wieder warm gespielt. Sowohl die Sinfonie in D Nr. 104 Hob.I:104 („Salomon“) von Joseph Haydn als auch Robert Schumanns Ouvertüre e-Moll op. 52 stellten die Betriebstemperatur einer und eines jeden wieder her, auch dank der sehr konzentrierten Probenarbeit.
Wer zum ersten Mal bei dieser Orchesterwerkstatt des Landesverbands der Berliner und Brandenburger Liebhaberorchester (LBBL) dabei gewesen ist, hat sich wohl mit besonderer Spannung gefragt, wie sich dieses kurzlebige Orchestergebilde anfühlt. Schon nach der ersten Probe am Freitagabend dürfte einem jeden und einer jeden klar gewesen sein, dass es sich um […]
Frisch eingetroffen
- Eine Buchbesprechung: Elena Cheah, Die Kraft der Musik. Das West-Eastern Divan Orchestra.
Bertelsmann 2009, 347 Seiten, antiquarisch erhältlich – ausleihbar in der BDLO-NotenbibliothekDieses Buch portraitiert verschiedene Mitglieder eines seit mittlerweile 25 Jahren bestehenden musikalischen Menschheitsprojektes. Dabei vermittelt es auch eine Vorstellung davon, wie tief die Gräben im Nahostkonflikt sind. Die Cellistin Elena Cheah schrieb es zum zehnjährigen Jubiläum des Jugendorchesters 2009.
In dem in Weimar von Daniel Barenboim und Edward Said gegründeten Orchester spielen jugendliche Musiker aus dem Nahen Osten sowie – als diplomatischer Puffer – aus Spanien. Durch die spanischen Mitglieder wird es möglich, „andere Themen als Politik anzusprechen, ohne gleich das Gefühl zu bekommen, das Naheliegende zu vermeiden“.
Wurden anfangs auch Jugendliche aufgenommen, die sich zwar durch Lernbegierde auszeichneten, ihr Instrument aber kaum beherrschten, forderte Barenboim von den Musikern bald, das höchstmögliche musikalische Niveau zu erreichen. Das verlangt von den Orchestermitgliedern neben dem Ausbau ihrer musikalischen […]
- Buchbesprechung: James Rhodes, Der Klang der Wut.
James Rhodes: Der Klang der Wut. Wie die Musik mich am Leben hielt.
Nagel & Kimche 2016, 314 Seiten, 22,90 € – ausleihbar in der BDLO-NotenbibliothekDiese Autobiographie eines Konzertpianisten leistet Dreierlei: Sie macht arg anschaulich, was sexueller Kindesmissbrauch bedeutet – während der Taten und später als Trauma; sie informiert ungeschönt über die Lebensläufe von Komponisten; außerdem gibt sie Anregungen für das Üben und die Konzertgestaltung.
James Rhodes zeigt auf drastische Weise die Kraft klassischer Musik, die dem Leben „zuverlässig und wiederholt etwas mehr Spannung, Glanz, Tiefe und Kraft“ gibt und die „reine, hochdosierte Energie schenkt, wenn man sich leer, gebrochen und erschöpft fühlt“. Das Titelbild zeigt eine explodierende Klaviatur. Im Text geht es so weiter.
Das Martyrium, das der Sportlehrer dem kleinen James angetan hat, wird recht detailreich und vor allem deutlich benannt: „Ich wurde ab meinem siebten Lebensjahr benutzt, gefickt, gebrochen, als Sexpuppe […]
Gut zu wissen
Instrument des Jahres 2027: Der Synthesizer
„Ist das überhaupt ein Instrument?“ werde ich immer wieder gefragt.
Die Initiative „Instrument des Jahres“ ist eine Aktion der Landesmusikräte in Deutschland, die in jedem Jahr ein Instrument wählen, um es in den Fokus zu rücken. In Sachsen bin ich für die Aktivitäten im jeweiligen Jahr zuständig und ich muss zugeben, dass die leisen Zweifel durchaus berechtigt sind. Ist ein Gerät, das für populäre Musik mit technischem Hintergrund steht, in einer Reihe mit klassischen Instrumenten richtig plaziert?
Was ist das überhaupt für ein Ding?
Ein Synthesizer ist ein Kasten mit Tasten, Knöpfen, Strom und Elektronik. Vereinfacht gesagt, wird ein Schaltkreis entwickelt, der eine bestimmte Funktion ausführt. So gesehen, wäre selbst eine elektrische Türklingel ein Synthesizer. Ist das nun ein Instrument, und wie definiert sich das? Ein Musikinstrument ist ein Gegenstand, der mit dem Ziel angefertigt wurde oder der verwendet wird, um Musik zu erzeugen, sagt […]
Warum gibt es uns, warum tun wir, was wir tun … und für wen eigentlich?
Orchesterprojekte, Notenausleihe, Vergünstigungen bei Versicherungen und Fortbildungsangebote – das ist nur ein Teil der von unseren Mitgliedsorchestern wahrgenommenen Leistungen des BDLO. Doch sorgt der BDLO für weit mehr, wie ein Blick in die Schaltzentrale zeigt: Hinter dem Verbandsnamen „BDLO“ steht ein starkes Team mit ehrenamtlichem und hauptamtlichem Engagement und reichlich Herzblut. Heute stellen wir euch das Präsidium und die Geschäftsstelle vor und gehen der Frage nach, wie unser bunter Strauß an Aufgaben und Verpflichtungen aussieht und wie wir Hand in Hand arbeiten.
Ein bisschen funktioniert der BDLO wie ein Orchester: Damit am Ende ein harmonisches Ganzes entsteht, braucht es unterschiedliche Rollen. Beim BDLO sind das vor allem das Präsidium und die Geschäftsstelle, die unsere elf Landesverbände und die 880 Mitgliedsorchester mit ihren 34.000 Musizierenden betreuen und deren Interessen vertreten. Wer aber übernimmt nun welche Aufgaben, […]
- Warum Amateurmusiker:innen das Deutsche Musikinformationszentrum kennen sollten
16,3 Millionen Menschen musizieren in Deutschland in ihrer Freizeit. Aber wer sorgt dafür, dass ihre Bedeutung auch in Politik, Medien und Öffentlichkeit sichtbar wird? Das Deutsche Musikinformationszentrum sammelt die Fakten, ordnet sie ein und macht daraus Wissen – frei zugänglich für alle.
Viele, die in einem Amateurorchester spielen, verbinden mit dem Kürzel miz zunächst nicht unbedingt etwas für den eigenen Musikalltag. Das Deutsche Musikinformationszentrum vermittelt keine Probenräume, vergibt keine Fördermittel für Ensembles und ersetzt keine vereinsrechtliche Beratung – dafür gibt es spezialisierte Verbände und Angebote. Trotzdem lohnt es sich, das miz zu kennen: Es sorgt für verlässliches Wissen über das Musikleben in Deutschland.
Dieses Wissen brauchen vor allem diejenigen, die Rahmenbedingungen gestalten – Kulturpolitik und Verwaltung, Verbände, Wissenschaft und Medien. Wo über Förderung, Bildung, Ehrenamt oder kulturelle Teilhabe berichtet und entschieden wird, braucht es mehr als gute Beispiele: Zahlen, belastbare Befunde und Einordnung. […]
Mitspielen & Mitwirken
- Rudolf Kuhnlein, der Gründer und Leiter des Fränkischen Kammerorchesters im Fränkischen Jura bei Bamberg, bezweifelt, dass es Unico Willem van Wassenaer war, der die in Streichorchestern beliebten sechs „Concerti Armonici“ komponiert habe. Wie denken Sie / denkt ihr darüber?
Für viele Laienorchester sind schon seit langer Zeit die sechs „Concerti Armonici“, jahrzehntelang unter dem Namen von Giovanni Battista Pergolesi veröffentlicht, ein fester Bestandteil ihres Repertoires – und auch zahlreiche Kammer- und Barockorchester der europäischen Spitzenklasse bieten seit einigen Jahren interessante Interpretationen. Denn diese Concerti sind von großer Strahlkraft, mit eigentümlichen harmonischen Wendungen, spieltechnisch nicht besonders schwierig – eine packende, lebendige Musik!
Die Urheberschaft der sechs „Concerti armonici“, die im Jahr 1740 in Amsterdam im Erstdruck erschienen, war 240 Jahre lang umstritten und rätselhaft: Abwechselnd schrieb man diese eigenartigen Konzerte für Streicher dem sehr jung verstorbenen neapolitanischen Genie Giovanni Batttista Pergolesi (1710-1736) zu, zeitweilig auch dem in Amsterdam ansässigen italienischen […] - Und weiter geht’s mit Michael Goldbachs Rätselseite. Da es sich hierbei um die Fortsetzung einer liebgewonnenen Tradition unserer früheren Verbandszeitschrift „Das Liebhaberorchester“ handelt, setzen wir die Nummerierung der Rätsel ebenfalls fort und präsentieren hier also das 36. Komponisten- (oder Komponistinnen?)-Rätsel. Wer es löst und uns die richtige Antwort bis zum 1. November 2026 mailt, bekommt die Chance, einen von drei Gutscheinen à 50 Euro zu gewinnen. Auf geht’s:
Verehrt, geachtet, aber vor allem: geliebt. Er war nicht nur ein begnadeter Komponist, dem es gegeben war, die tiefsten menschlichen Regungen in seiner Musik gültig auszudrücken, er war auch ein Mensch, der großzügig mit seinem Vermögen umging, das er zu großen Teilen für die Unterstützung Bedürftiger verwandte.
„Da ich in einem armen Dorf geboren wurde, hatte ich keine Mittel, mich irgendwie zu unterrichten; man hat mir ein jämmerliches Spinett in die Hände gegeben, und von dieser Zeit an habe ich mich […]
Portrait
- Die Biografie von meiner heutigen Gesprächspartnerin, Eva Neumann, verbindet Musik, Rhetorik und Erwachsenenbildung: Die zweifache Mutter erwachsener Kinder hat an der Universität Tübingen Musikwissenschaft und Allgemeine Rhetorik studiert und ist seit dem Jahr 2000 als Kommunikationsberaterin selbstständig. Als passionierte Cellistin verspürte sie „in der Mitte des Lebens“ den Wunsch, sich neben der Selbständigkeit wieder intensiver mit der Musik beschäftigen zu können. Nicht nur als Hobby neben Familie und Beruf, sondern als Fokusschwerpunkt mit klaren Zielen. Wie sie berufliche Selbstständigkeit, Familie und Berufsfachschule unter einen Hut bekommt, was sie antreibt und was ihre Ziele sind, darüber spricht sie exklusiv mit tutti.info
tutti.info: Liebe Eva, nach Studium, Familie und inmitten einer erfolgreichen Selbstständigkeit hast Du Dich entschlossen, nochmal die Schulbank zu drücken: Umgeben von Schulabgängern besuchst Du seit 2025 die Berufsfachschule Dinkelsbühl im Hauptfach Ensembleleitung und Cello. Was hat Dich zu diesem Schritt bewogen? Gab es einen Schlüsselmoment, an dem […]
- Ich absolviere meinen Bundesfreiwilligendienst zwischen 2026 und 2027 beim BDLO. Dank meinem Interesse am Arbeiten mit Noten fühle ich mich in der Bibliothek wie zu Hause.
Seit dem Alter von vier Jahren nehme ich Schlagzeugunterricht. Das erweiterte ich später auf Saxophon, Klavier, Pauke und Vibraphon. Über die Zeit spielte ich bei verschiedenen Orchestern und Bands mit.
Ich freue mich auf das Jahr zusammen mit dem Team des BDLO.
- Das Ehrenamt lebt selten von den ganz großen, laut inszenierten Gesten. Stattdessen liegt es in den vielen kleinen, oft unsichtbaren Beiträgen, die Tag für Tag im Hintergrund geleistet werden. Sie führen erst über lange Zeit hinweg dazu, dass Projekte erfolgreich und Ideen Wirklichkeit werden. Doch wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um einmal innezuhalten und von Herzen „Danke“ zu sagen?
Der 2. Februar hat für das Barock-Collegium Sebnitz eine ganz besondere Bedeutung: Am Montag, den 2. Februar 1981 kamen die Musiker zur ersten Probe zusammen. Und auch dieses Jahr fällt der 2. Februar auf einen Montag. Wir beginnen mit den Proben für die Konzerte, doch nur den wenigsten unter uns ist bewusst, dass dieses Datum auch eine historische Bedeutung für uns hat: Auf den Tag genau 45 Jahre gemeinsames Musizieren.
Inzwischen ist das Orchester tief in der Region verwurzelt. Dies wird einerseits durch die enge Verbindung zur Musikschule und […]
- Auf der Generalversammlung des Landesmusikrats Berlin erhielt Hella Dunger-Löper nach neun Jahren im Ehrenamt als Präsidentin nicht nur einen prächtigen Blumenstrauß, sondern auch einen langanhaltenden herzlichen Applaus der etwa 50 versammelten Delegierten, und Vizepräsident Ralf Sochaczewsky würdigte ihre Präsidentschaft mit folgender Laudatio:
Liebe Hella,
vor rund neun Jahren bin ich dir noch grün hinter den Ohren als Beisitzer im Präsidium des Landesmusikrats erstmalig bei einem Treffen in einem Café in Berlin-Halensee begegnet. Du warst die frisch gewählte Präsidentin des Landesmusikrates Berlin und hast mir zugehört, ab und zu nachgefragt und wieder zugehört – ruhig und konzentriert. Hast aufgenommen, was meine Perspektiven auf die Kulturlandschaft Berlins waren. So wie du mir zugehört hast, hast du uns allen zunächst zugehört, um dann zusammen mit deiner Kenntnis der Berliner Politik, Verwaltung und Kulturlandschaft dem Kurs des Landesmusikrates eine neue Ausrichtung zu geben. „Musik für alle“ war das Motto, das du uns dann […]






















