Was mir als Teilnehmerin in Erinnerung blieb
Eine Fünf-Tage-Reise im August 2026, gute drei Tage davon in Oslo, prall angefüllt mit Informationen und Konzerterlebnissen.
Schon auf der Fähre von Kiel nach Oslo bot Wulf Hilbert eine powerpointgestützte Einführung zu den wesentlichen Elementen unserer Reise samt Erklärungen zum „nordischen Ton“, der sich auf unterschiedliche Weise, abgeleitet von der Volksmusik, charakteristisch durch viele Musikstile zieht.
Uns erwartete eine intensive Mischung aus Vorträgen, Diskussionen, geführten Spaziergängen an musikalisch bedeutsamen Häusern, Skulpturen und Monumenten vorbei und an jedem Tag einem hochwertigen Konzert.
Gleich am ersten Abend eine jazzmäßig hinreißend interpretierte Musik von E. Schulhoff und Kurt Weill (Arr. von „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ für Saxophon, Klavier und Streichquartett im Rahmen des Kammermusikfestivals), die wir hautnah im Café Haakon nahe des Konzerthauses hörten. Am nächsten Tag gab es vom norwegisch-schwedischen Streichquartett „Opus 13“ (benannt nach dem virtuosen Mendelssohn-Quartett op. 13) Mozarts Disssonanzen-Quartett und Griegs 1. Streichquartett. Virtuoser, präziser und feiner geht es wohl kaum! Den Weg mit etlichen Stationen zum Konzertort, der Gamle Aker Kirke, der ältesten Kirche Oslos, leisteten wir 14 Personen alle zu Fuß! Am dritten Tag erlebten wir dann noch unweit unseres Hotels das neue Opernhaus aus Marmor, Glas, Holz und begehbarem Dach als echtem Hingucker mit einem Konzert nach vertonten Gedichten von Emily Dickenson und interpretiert von der berühmten Sopranistin Joyce DiDonato, begleitet von zwei Violinisten und einem Kontrabass. In modern gehaltenem Ton, der besonders die jungen Zuhörer begeisterte.
Große Orchestermusik gab es zum Bedauern von Wulf ausgerechnet in der Woche nicht, aber wir konnten im historischen Café Engebret Dette Alpheis, Solohornistin im norwegischen Radioorchester, lauschen und mit ihr diskutieren. Seit einiger Zeit lebt die Hamburgerin in Oslo und berichtete mit erfrischender Stimme über ihre Tätigkeit und wie sie sich eingelebt hat. Ebenso Tjark Pinne, vormals Organist in Hamburg und seit einiger Zeit in Anstellung an der Domkirche, der Hauptkirche von Oslo. Tjark erklärte auf der Empore nicht nur die Programmiermöglichkeiten der riesigen Orgel, er demonstrierte sie und ließ auch zwei Teilnehmer aus unserer Gruppe auf die Orgelbank, die sich an Messiaen und mit Improvisationen über einen Bachchoral versuchten, sehr zur Freude der weiteren Zuhörer. Anschließend gab es eine öffentliche Messe, überraschenderweise u.a. mit einem Arrangement über die Violinromanze von Johan Svendsen und abschließend einem Kirchenkaffee. Norwegische Stimmung pur. Komplettiert hat das Erlebnis wenig später Christiane Graf, Vorsitzende der Norwegisch-Deutschen Gesellschaft, mit einem Beitrag über deren verbindende Funktion des Vereins zum deutsch-norwegischen Verhältnis.
Oslo werden wir sicher noch einmal sehen. Einige aus der Gruppe schmiedeten schon konkrete Pläne…




