Verehrt, geachtet, aber vor allem: geliebt. Er war nicht nur ein begnadeter Komponist, dem es gegeben war, die tiefsten menschlichen Regungen in seiner Musik gültig auszudrücken, er war auch ein Mensch, der großzügig mit seinem Vermögen umging, das er zu großen Teilen für die Unterstützung Bedürftiger verwandte.
„Da ich in einem armen Dorf geboren wurde, hatte ich keine Mittel, mich irgendwie zu unterrichten; man hat mir ein jämmerliches Spinett in die Hände gegeben, und von dieser Zeit an habe ich mich daran gemacht, Noten um Noten zu schreiben und nichts anders als Noten! Das ist alles!“
Sein Vater betreibt eine Gastwirtschaft und einen Weinhandel. Den ersten Musikunterricht erhält er von seinem Lehrer, der im Dorf auch die Orgel spielte. Als er zehn Jahre alt ist, stirbt dieser Lehrer; aber da ist er bereits in der Lage, den Orgeldienst in der Kirche zu übernehmen. Da seine musikalische Begabung offensichtlich ist, stimmt sein Vater zu, dass er in der Musikschule einer Kleinstadt in der Nähe seine musikalischen Studien fortsetzen kann.
Einem Gönner, der ihm eine Art zweiter Vater wird, verdankt er seine Übersiedlung in die nächste größere und bedeutende Stadt, wo er seine Ausbildung am dortigen Konservatorium fortsetzen will. Aus verschiedenen Gründen besteht er aber die Aufnahmeprüfung nicht (unter anderem wegen seiner mangelhaften Klaviertechnik). Sein väterlicher Freund ermöglicht ihm daraufhin privaten Unterricht.
„Ich finde, meine Hand ist stark genug, die Noten zu biegen, wie ich will, und sicher genug, gewöhnlich die Wirkungen zu erzielen, die ich mir vorstelle. Und wenn ich etwas Regelwidriges schreibe, dann tue ich es, weil die strenge Regel mir nicht gibt, was ich will, und weil ich nicht einmal alle bisher anerkannten Regeln für gut halte.“
Im Alter von 22 Jahren heiratet er die Tochter seines „zweiten Vaters“. Erste musikalische Erfolge stellen sich ein, er erhält Kompositionsaufträge. Da wirft ihn der Tod seiner beiden Kinder und kurz darauf auch seiner Frau aus der Bahn. Er kann die Schicksalsschläge nur schwer verwinden und will das Komponieren ganz aufgeben. Die Unerschütterlichkeit eines Freundes hält ihn davon ab.
„Wenn ich auf dieser unglückverheißenden Laufbahn weitergeschritten bin, dann, weil es mit sechsundzwanzig Jahren zu spät war, etwas anderes zu tun, und weil ich keinen hinlänglich kräftigen Körper hatte, mich meinen Feldern zu widmen.“
„Wenn ich nachdenke, weiß ich genau, und vor allem fühle ich, ob ein Ton von der Flöte oder der Geige kommen muss.“
Wer war’s?
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