Der 2. Februar hat für das Barock-Collegium Sebnitz eine ganz besondere Bedeutung: Am Montag, den 2. Februar 1981 kamen die Musiker zur ersten Probe zusammen. Und auch dieses Jahr fällt der 2. Februar auf einen Montag. Wir beginnen mit den Proben für die Konzerte, doch nur den wenigsten unter uns ist bewusst, dass dieses Datum auch eine historische Bedeutung für uns hat: Auf den Tag genau 45 Jahre gemeinsames Musizieren.
Inzwischen ist das Orchester tief in der Region verwurzelt. Dies wird einerseits durch die enge Verbindung zur Musikschule und andererseits auch durch eine langjährige Zusammenarbeit mit der Sebnitzer Kirchgemeinde sichtbar. Das Ensemble nahm seine Tätigkeit damals im Rahmen des Kombinats Fortschritt unter der Leitung von Herbert Fischer auf. Nach der politischen Wende folgte im Jahr 1991 die Gründung als gemeinnütziger Verein und eine neue Ära begann, die bis heute von zwei Frauen maßgeblich geprägt wird.
Henriette: Der musikalische und organisatorische Motor
Henriette übernahm die musikalische Leitung von Herbert Fischer und sorgte somit nicht nur für den Fortbestand des Orchesters, sondern prägt die musikalische Tätigkeit des Vereins bis heute auf vielfältige Weise. Neben rein organisatorischen Tätigkeiten wie Abstimmungen mit Solisten und Aushilfen liegt ihr Hauptaugenmerk aber vorwiegend darauf, immer wieder abwechslungsreiche Konzertprogramme zusammenzustellen. Diese arbeitet sie gemeinsam mit den Musikern so aus, dass sich das Publikum jedes Mal aufs Neue auf ein anspruchsvolles, harmonisches Klangerlebnis freuen kann. Im Probenraum hat sie neben dem Gespür für die richtige Ansprache jedes einzelnen Musikers auch immer hilfreiche Tipps und Kniffe zur Hand, die uns zu persönliche Bestleistungen bringen.
Christina: Die treue Seele und das Gedächtnis des Vereins
Und dann ist da Christina. Sie spielt im Orchester seit jeher die zweite Geige. Doch dies wirklich nicht im übertragenen, sondern ausschließlich im musikalischen Sinne. Tatsächlich war sie bereits bei jener allerersten Probe im Jahr 1981 dabei und ist seither nicht nur eine unverzichtbare musikalische Stütze. Sie ist für ihr unermüdliches Engagement auszuzeichnen. Jeder hilft eben auf seine Art und Weise, und Christina hat sehr viele unterschiedliche Arten und Weisen, dem Orchester zu helfen. Sie unterstützt bereits seit Vereinsgründung ununterbrochen im Vorstand. Nebenbei ist sie auch noch die Hüterin der Orchestergeschichte. Als Chronistin weiß sie dabei alles: Sie kann auf Anhieb sagen, wer vor drei Jahren am Montag in der ersten Märzwoche zur Probe erschienen ist, wann das Orchester das letzte Mal Joseph Haydn gespielt hat oder wie oft Georg Philipp Telemann bereits auf dem Programm stand.
Ein ganz besonderer Besuch
Bei Schnee und Eis hat jemand den Weg nach Sebnitz auf sich genommen, bei dem man sich im ersten Moment fragt: Was macht der BDLO-Präsident Helge Lorenz eigentlich hier in dieser Kleinstadt kurz vor der tschechischen Grenze? Noch gestern spielte er im glanzvollen Kulturpalast in Dresden – und heute steht er mitten in unserem kleinen, gemütlichen Probenraum.
Er ist hier, weil das, was hier über 45 Jahre hinweg aufgebaut wurde, auszeichnungswürdig ist. Gerade in einem kleinen Orchester wie dem Barock-Collegium kann nur ehrenamtlicher Einsatz den Unterschied machen. Und dieser Einsatz verdient Anerkennung.
Vielen Dank für 45 Jahre Musik, Leidenschaft und vor allem unermüdlichen Einsatz!



