Kunstausstellung und Konzert in einem Saal – Das Bundesamateurorchester 2026
Durch eine Kunstausstellung direkt in den Konzertsaal schlendern? Das macht man doch eher selten. Aber warum muss man sich immer für eines entscheiden – entweder Museum oder Konzertsaal?
Beim Abschlusskonzert des Bundesamateurorchesters 2026 musste sich das Publikum nicht entscheiden, ob es ihren Pfingstmontag mit Musik oder mit einer Kunstausstellung bereichern wollen. Das zauberhafte Programm „Märchenbilder“ mit Werken wie Humperdincks Ouvertüre zu „Hänsel und Gretel“ und Modest Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung“ hatte beides im Angebot.
Aber wie kam es dazu?
Im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes soll jede/r Freiwillige ein eigenverantwortliches Projekt auf die Beine stellen. Im ersten Moment fühlte ich mich damit heillos überfordert. Das wurde auch nicht besser, als ich von all den großartigen Projekten meiner Vorgänger/innen hörte. Doch nach ein wenig Brainstorming und einer guten Prise Schwarmintelligenz im Team hat sich ziemlich schnell eine gute Projektidee herauskristallisiert.
Während ich auf der Webseite des BDLO die Ausschreibung des Bundesamateurorchesters 2026 für erste Vorbereitungen der diesjährigen Projektphase analysierte, kam mir die Idee, die „Bilder einer Ausstellung“ für das Publikum nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar zu machen. Doch wie sollte ich das angehen? Einen Künstler beauftragen? Das wäre sicherlich wunderbar, lag aber außerhalb meines Budgets. Selbst malen? Ziemlich viel Aufwand, und dafür habe ich zu wenig Erfahrung. Kunstbegeisterte Jugendliche? Super!
Also machte ich mich auf die Suche nach einem Kooperationspartner. Da das Konzert in Würzburg stattfinden sollte, wurde ich auf die „JuKu Karawane e.V.“ aufmerksam, eine Jugendkunstschule, die ihren Sitz in Würzburg hat und in der ganzen Region aktiv ist. Nach einem kurzen E-Mail-Austausch ging es schon an die Planung und Umsetzung des Projektes. In drei Gruppen fertigten 14 Jugendliche 1,20 x 1 m große Gemälde an. Die Herangehensweise war dabei unter den Gruppen etwas verschieden. Einige haben das Werk erst einmal zuhause angehört und dort eine Skizze angefertigt, andere haben die „Bilder einer Ausstellung“ direkt während des Malens angehört, und so sind eher spontane, etwas abstraktere Kunstwerke entstanden, die die facettenreiche emotionale Musik von Mussorgsky ausgezeichnet in Bilder fassen.
Einige der Jugendlichen haben an diesem Nachmittag zum ersten Mal ein klassisches Sinfonieorchester live erlebt. Die Reaktionen waren ausschließlich begeistert, und vielleicht sieht man den einen oder anderen bald wieder in einem Konzertsaal.
Als ich am Ende des Konzertes allen Künstler/innen vor der Bühne eine Blume überreichte, strahlten mich stolze Gesichter an, und auch ich bekam mein Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht.
Ein voller Erfolg also! Und nicht nur für mich und die Jugendlichen, sondern auch für die Musiker/innen des Bundesamateurorchesters und das Publikum, das so zahlreich wie selten zuvor zu einem Abschlusskonzert des Bundesamateurorchesters erschienen war und reichlich Lob und Begeisterung am Ausgang verteilte!






