Aber dann war schon das Ankommen ganz anders: Ein Horn und eine Bratsche zogen mit uns durch den Vorfrühlingswald (zugebenermaßen ganz nahe am Waldstadion), Sportlerinnen sprachen uns an und fragten neugierig nach unserem Projekt. Und im Probenraum herrschte die Atmosphäre eines Familientreffens, mit Kaffee, Brezeln, Donauwelle und vielen angeregten Hallos.
Dabei war die Probenarbeit, die dann begann, bei aller Lockerheit intensiv und konzentriert. Unsere wunderbare Dirigentin Mary Ellen Kitchens lenkte uns mit ihrer Begeisterungsfähigkeit, ihrem feinfühligen Ernst und ihrer konzentrierten Freundlichkeit durch die Jahrhunderte, angefangen bei der Barock-Komponistin Marianne von Martines, von der viele von uns gerne noch mehr gespielt hätten. Ein Höhepunkt war das Musizieren mit unserer Solistin Letizia Turini, die in dem Stück ‚Animula vagula blandula‘ von Dorothea Hofmann die Piccolo-Flöte spielte.
Es gab Sonnen-Pausen, gesundes feines Essen und mittags die Erfahrung, dass Stimmproben nützlich sind. Auch wenn wir ein bisschen Zeit brauchten, um bei ‚Eldur‘ von der isländischen Komponistin Jórunn Viðar wirklich Feuer zu fangen. Der ‚March of the Women‘ klang schon am 7. März, also am Tag vor dem Weltfrauentag, kräftig durch die Ouvertüre zur Oper ‚The Boatswain‘s Mate‘ von Ethel Smyth. Mary Ellen entließ uns aber nicht mit der bizarren Geschichte hinter dieser Oper in den Abend (es lohnt sich, sie nachzulesen), sondern mit einer Art Spiritual, ‚Soul of Rememberance‘ von Mary Watkins.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Fanni Mülot noch einmal von Herzen zu danken. Sie hat diese drei Tage zusammen mit ihrer Crew perfekt geplant und organisiert. Und sie hat vor allem eine Atmosphäre kreiert, in der sich Musik und Zusammenspiel entfalten konnten. Auf zu weiteren Komponistinnen-Entdeckungsreisen!





