… enttäuscht, dass wieder nur so wenige gekommen sind …
Welchem Landesverband geht es nicht so: Jedes Jahr lädt sein Vorstand zur (obligatorischen, weil im Vereinsrecht vorgeschriebenen) Jahreshauptversammlung ein und jedes Jahr sind der Vorstand und die wenigen, die tatsächlich teilnehmen, enttäuscht, dass wieder nur so wenige gekommen sind. Im LBBL, dem Landesverband Berlin-Brandenburg, ist das jedenfalls so. Und dann passierte uns letztes Jahr im September auch noch der Fauxpas, dass niemand daran gedacht hatte, für zwei langjährige, nun aber ausscheidende Vorstandsmitglieder ein Dankeschön vorzubereiten, das wir hätten überreichen können – peinlich. Aber … manchmal erwächst aus so etwas ja unerwartet etwas Neues, Positives, in diesem Fall die Idee: Wir laden – erstmalig – zu einem LBBL-Neujahrsempfang ein, auf dem wir unseren Dank präsentieren können. Einen Termin, der für alle aus dem alten und dem nun neuen Vorstand passend war, fanden wir nach einigem Hin und Her: Sonntag, der 23. Februar 2025 – auf den dann aber die Bundestagswahl fiel… Also haben wir umdisponiert und unser Dankeschön im Rahmen der LBBL-Orchesterwerkstatt im September 2025 überreicht (siehe hier). Die Idee, zu einem Neujahrsempfang einzuladen, stand nun aber immer noch im Raum, und Neujahr gibt’s doch schließlich jedes Jahr …
Also, gesagt, getan: Wo …
… könnte so ein Neujahrsempfang stattfinden? Anlässlich einer Podiumsdiskussion lernten wir den Raum der „Klangwerkstatt“ des Ethnologischen Museums im Berliner Humboldt-Forum kennen, ganz zentral gelegen. Ihr Leiter, Dr. Maurice Mengel, zeigte sich sofort offen für unsere Idee, die seinem Vorhaben für 2026 entgegenkam, das Ethnologische Museum mit seinen Ausstellungsräumen im neu errichteten Humboldt-Forum mehr ins Bewusstsein der Berliner Öffentlichkeit zu rücken. So dass er uns nicht nur die Klangwerkstatt als Raum anbot, sondern auch eine Führung durch die Ausstellung „Klänge der Welt“ im Ethnologischen Museum.
Wie gestaltet man nun solch einen Neujahrsempfang?
Klar, mit Sekt und Orangensaft … und einem ansprechenden Fingerfood-Buffet. Und inhaltlich? Es sollte Informationen geben über den LBBL, den Landesmusikrat (LMR) Berlin, mit dem wir viel zusammenarbeiten, über das vom LMR ausgerufene „Jahr der Berliner Amateurmusik 2026“, über das „Förderprogramm Amateurmusik“ (jetzt im dritten Jahr, nachdem es vorher – über Jahre – in Berlin keinerlei öffentliche Förderung gab), über den BDLO und natürlich über tutti.info. Musik wiederum sollte auch dabei sein. Versuchen wir dafür, ein Streichtrio oder -quartett aus einem der LBBL-Orchester zu gewinnen? Aber … „Die schlimmsten Kritiker der Elche waren früher selber welche“ (Erich Kästner), also doch besser ein professionelles Quartett engagieren!
Caterer und Formeln
Die Angebote von Caterern, die wir einholen konnten, bewegten sich (für 40 Personen) zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Das war uns eindeutig zu teuer. Also haben wir – via Zoom – diskutiert, welche Mengen wovon wir wohl benötigen. Dabei entstanden interessante Formeln mit der einzusetzenden Variablen „Anzahl der Gäste“ und einer resultierenden „Zahl der zu besorgenden Flaschen“. Wir haben aufgeteilt, wer was besorgen und wer schon zwei Stunden früher kommen und alles vorbereiten kann – und so haben wir es gemacht. Gekostet hat das Ganze schließlich weniger als 200 Euro. Und ich darf sagen: Unser Fingerfood-Buffet sah prima aus, hat lecker geschmeckt und es wurde sehr gelobt!
Herzlich Willkommen …
… schön, dass so viele da sind und auch schon an der Führung teilgenommen haben! Vielen Dank an die Klangwerkstatt und Maurice Mengel, dass wir hier sein dürfen und so freundlich empfangen wurden!
Erstmalig machen wir einen Neujahrsempfang, und wir freuen uns sehr über den Zuspruch: deutlich mehr als bei jeder Mitgliederversammlung bisher. Etwas traurig ist das ja schon, dass wir es so selten schaffen, zusammenzukommen, sind doch Vernetzung und Austausch wichtig, damit wir sichtbar werden im Stadtbild, damit wir das Miteinander maßgeblich positiv mitgestalten, und damit sich die Bedingungen für uns alle verbessern.
Jahr der Amateurmusik
Dieses Jahr wurde vom LMR Berlin das Jahr der Amateurmusik ausgerufen! Gleich wird Sonja Schaudt zu uns sprechen und uns Einblicke in die unterschiedlichen Förderprogramme und Angebote des LMR geben.
Dass jetzt das Jahr der Amateurmusik ausgerufen wurde, ist nicht zuletzt auch unser Verdienst, denn in den letzten Jahren haben wir uns verstärkt dafür eingesetzt, dass wir als instrumentale Amateurmusik wahrgenommen und schließlich sogar gefördert werden. Alles begann mit Gesprächen mit Franziska Stoff, der Geschäftsführerin des LMR Berlin, und der Idee, ein Kulturfördergesetz – entsprechend dem seit langem bestehenden Sportfördergesetz – zu initiieren. Daraus ist mittlerweile ein richtig großes Schiff geworden, nämlich die „Berliner Kulturkonferenz“ – wo wir natürlich Mitglied sind. Es geht darum, endlich auch in den Genuss jener Rechte zu kommen, die für andere ehrenamtliche, für das Gemeinwohl tätige Vereinigungen gelten, wie z.B. öffentliche Räume kostenlos zum Proben nutzen zu können.
Förderung der instrumentalen Amateurmusik
Wir haben in der Generalversammlung des LMR den Antrag gestellt, einen Schwerpunkt auf die Förderung der instrumentalen Amateurmusik zu legen. Daraus ist eine tolle Energie entstanden. Besonders dankbar sind wir Franziska Stoff für ihren Support und ihr Engagement, aber auch der Präsidentin des LMR, Hella Dunger-Löper. Konkret wurden u.a. Folgendes realisiert:
- Einrichtung der „Raumkoordinationsstelle“, in der Sonja Schaudt schon viele positive Kräfte entfalten konnte
- Einrichtung einer Stelle „Projektleitung für instrumentale Amateurmusik“, die von Björn Kasan ganz wundervoll mit Leben gefüllt wird
- Das Förderprogramm „Instrumentale Amateurmusik“, von dem schon viele von euch profitieren konnten, existiert mittlerweile im dritten Jahr
Der LBBL versteht sich als Netzwerkorganisation, und wir versuchen, uns für die Belange aller Mitgliedsorchester einzusetzen. Aber das geht nur, wenn wir genug ehrenamtlich Engagierte sind, die auch ausreichend Zeit, Energie und Kapazitäten haben, um sich einzubringen. Im Vorstand wird sich unser Schatzmeister Burckhard Goethe bei der nächsten Mitgliederversammlung nicht mehr zu Wiederwahl stellen – da brauchen wir ganz konkret eine neue Person, die sich einbringen möchte! Auch bei der Organisation der Orchester-Werkstatt werden Evelyne Kuß und Winfried Szameitat das nicht mehr ewig machen, wie sie schon angekündigt haben … Wir brauchen also neue, jüngere Mitwirkende, die Lust haben, die Geschicke des Verbandes weiter mitzugestalten. Deshalb mein Appell und meine Bitte: Seid bei den nächsten Mitgliederversammlungen zahlreich anwesend und überlegt, ob und wie ihr euch einbringen könnt!
Herzlichen Dank
Aber heute möchte ich erst einmal allen danken, die sich mit voller Energie im erweiterten Vorstand einbringen bei unseren Sitzungen und die auch dieses Event mitorganisiert haben – von ersten Anfragen und Absprachen bis hin zum Schnippeln fürs Buffet.
Besonders viel Freude bereitet es uns, wenn wir merken, dass unsere Arbeit sich lohnt für euch alle, und wenn wir von euch Feedback und Impulse bekommen und nicht das Gefühl haben müssen, in einen luftleeren Raum hineinzukommunizieren.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen nun einen tollen Nachmittag, mit vielen guten Gesprächen, einem angeregten Austausch, neuen Inputs und Anregungen und hoffe, dass einige von euch Lust bekommen, sich noch mehr zu engagieren.
Jetzt freue ich mich auf die musikalische Darbietung des Oriel-Quartetts!





