Schon Dvořáks achter Slawischer Tanz trägt die Bandbreite menschlicher Emotionen in sich, von überschäumender Lebensfreude bis zu tiefer Melancholie. Mit diesem Werk sind wir in unser Programm gestartet. Guiseppe Verdis „La Traviata“ erzählt, wie die edle Kurtisane Violetta um der Familie ihres Liebsten willen auf diesen verzichtet – wir haben die glühend-hoffnungsfrohe Liebeserklärung des Alfredo und die innige Verzichtarie der Violetta gespielt. In „Tosca“ geht es um Liebe, Verrat und Tod – meisterhaft malte Puccini den abgrundtief bösen Scarpia, den leidenschaftlichen Caravadossi und die unwiderstehliche Tosca. Don Giovanni, für den Champagner der Vorläufer von k.o.-Tropfen ist, und Don Carlos, der aus Liebeskummer zum politischen Idealisten wird, machten die erste Hälfte des Abends komplett.
Nach der Pause widmeten wir uns dem leichteren Blick auf das Leben in Oper und Operette, eingeleitet durch die Ouvertüre zu Rossinis „Barbier von Sevilla“. Dieser bringt den Grafen Almaviva und seine angebetete Rosina zusammen – spätestens nach „Una voce poco fa“ war klar, wie die Sache ausgeht. Hemmungslos schwelgen durften wir bei Laras „Granada“ und Lehárs „Dein ist mein ganzes Herz“, Süffigkeit mit Hintersinn genossen wir in Lehárs „Oh Vaterland“ und Loewes „Nur een Zimmerchen irjendwo“, und bei Linckes „Das macht die Berliner Luft“ klatschte das Publikum mit.
Neben der Musik erlebten wir das Zusammenwirken von singenden und spielenden Mitwirkenden als besonders beglückend. Die O-Perlen haben sich extra für dieses Konzert zusammengefunden und steuerten neben stimmlicher Qualität viel ansteckende Begeisterung bei. Anuschka Schoepe, Jeffrey Nardone und Stefan Javanovic beförderten als Profis unser Konzert nicht nur durch die hohe Kunst ihres Gesangs, sondern auch durch Präsenz und Schauspielkunst. Als Anuschka Schoepe „Dite alle giovine“ sang, haben wir mitgelitten und mitgeseufzt. Stefan Javanovic als selbstironischen Lebemann Danilo zu hören, zu sehen und zu untermalen, war eine helle Freude. Die wunderbaren Melodien von „E lucevan le stelle“ durften wir nicht nur spielen, sondern dabei Jeffrey Nardone lauschen, uns auf ihn einlassen und so die Musik noch intensiver empfinden. Sich mit den höchst unterschiedlichen Ensembles in luftige-komplexe Späße wie „Das macht die Berliner Luft“ zu stürzen, war so turbulent wie erfrischend. Eine weitere Facette boten die Moderationen von Uta Babinecz-Ellwanger, die das Programm um Informationen, Anekdoten und Charme bereicherten.
Wir danken allen Beteiligten sehr herzlich, vor allem unserem Dirigenten Johannes Eckmann, der bei Drama, Überschwang und Chaos stets Ruhe und eine leichte Hand bewahrte.


