Doch was sind eigentlich „neu gedachte Konzertprogramme“?
Ich frage die, die alles weiß, nämlich eine KI (hier keine Produktwerbung). Die KI wurde trainiert mit den Programmen tausender Konzerte – überwiegend von Profi-Orchestern, da deren Programme viel häufiger in den Medien zu finden sind als die der Amateurorchester.
Die KI gibt mir folgende Tipps:
Wählen Sie ein Thema, einen roten Faden, eine verbindende Klammer aller Werke.
Gestalten Sie Ihr Konzert ausgewogen:
- Eine große Sinfonie + kürzere kontrastierende Werke
- Beziehen Sie einen Solisten mit ein, um ein breiteres Publikum anzusprechen
- Mischen Sie verschiedene Epochen (Barock–Moderne), um Abwechslung zu schaffen
Berücksichtigen Sie die Dauer:
- Streben Sie eine Gesamtdauer von 75–90 Minuten an (einschließlich Pause)
- Platzieren Sie Blockbuster-Stücke für eine größere Wirkung am Anfang oder am Ende
Binden Sie das Publikum ein:
- Fügen Sie kurze Einführungen zu den Stücken hinzu
- Verwenden Sie thematische Kunstwerke oder multimediale Visualisierungen
- Präsentieren Sie lokale Solisten oder aufstrebende Künstler
Und die KI liefert mir auch gleich einige Programmvorschläge, die ich allesamt gerne einstudieren möchte bzw. auch schon aufgeführt habe.
Liebe KI, ist das wirklich ’neu gedacht‘? Diese Tipps treffen auf die überwiegende Mehrzahl der Konzertprogramme zu. Da fehlt mir ein Prise Inspiration. Bei den Konzertprogrammen unserer Orchester gibt es deutlich mehr Kreativität.
Martin Morgenstern plädiert in seinem Artikel vehement für „Kinder, übt Neues!“
Friedemann Neef schlägt passende Werke für Kennenlernprojekte vor.
Neun Artikel über ’neu gedachte‘ Konzerte habt ihr uns eingereicht mit euren Ideen:
- Wir bieten jungen Solistinnen und Solisten eine Bühne
- Der Weg ist das Ziel, wir realisieren ein gemeinsames Projekt
- Zum 75-jährigen Jubiläum ein Werk op. 75
- Wir verbinden Musik mit Literatur
- Ein Konzert mit Gebärdendolmetscher für eingeschränkt Hörende
- Ein buntes Programm mit Opernarien
- Ein Sommernachtstraum
- Stummfilm mit Musik
- ‚Peter und der Wolf‘ im heutigen Deutschland
Spannend ist auch das Konzept des Stegreif-Orchesters ‚Bewegung und Improvisation‘. Hier gibt es Artikel zur Motivation, zum Improvisieren und zum Erleben.
Liebe Orchester,
wenn auch ihr ein ’neu gedachtes‘ Konzertprogramm oder ein ’neu gedachtes‘ Veranstaltungsformat auf die Bühne gebracht habt, lasst es uns wissen. Wir veröffentlichen in unserer nächsten Ausgabe am 1. Juni gerne weitere Konzertberichte und Ideen zu Programmen bzw. Veranstaltungsformaten.
Lasst uns eintauchen in die gegenseitige Inspiration, in Erfahrungsaustausch und Motivation zu ’neu gedachten‘ Konzertprogrammen und Veranstaltungsformaten. Was meint ihr? Werden sich unsere Orchestermitglieder und unser Publikum für solche Ideen begeistern lassen?

