2. Bedenkenswerte Vorbereitungen: Kleinkram, Pulte, Licht & Noten
Vorsicht! – Kontrabassstachelgummipöppel hinterlassen manchmal unschöne Abriebspuren auf dem Parkett.
Wird draußen musiziert? Dann braucht’s stabile (schwere) Notenpulte und Wäscheklammern, denn windig ist’s im Freien irgendwann eigentlich immer, wenn nicht sogar zu windig…
Oboen- und Fagott-Rohrblätter benötigen etwas Wasser zum Einweichen. Aber Wasser und Gläser sollten – um einen Erfrischungsschluck zwischendurch nehmen zu können – für alle bereitstehen.
Das liebe Blech freut sich über eine kleine Schale mit einem saugfähigen Lappen fürs Kondenswasser.
Licht… Ist es für alle hell genug, ohne jemanden zu blenden? Und wird es auch hell genug bleiben, selbst bei einsetzender Dämmerung? Pultleuchten sind prima, aber nicht alle taugen etwas, denn die einen sind insgesamt zu funzelig, bei anderen ist der Lichtkegel so eng, dass er gar nicht beide Notenseiten voll ausleuchtet. Taugliche Pultleuchten sind bitte unbedingt waagerecht am Pult anzubringen, so dass sie ihr Licht senkrecht von oben auf die Noten werfen. Jedes Kippen der Leuchte in Richtung Noten birgt nämlich die Gefahr, das Gegenüber (oder das Publikum) unangenehm zu blenden. Diese wiederholt gemachte Beobachtung gab übrigens den Anstoß zu diesen Zeilen…
Stichwort „Fotokopien“ … Taugen sie, also: Sind sie ausreichend kontrastreich und füllen sie das Blatt optimal? Soll heißen: Sind sie groß genug kopiert oder umrahmt ein überflüssig breiter weißer Rand die Notenzeilen? In diesem Fall könnte die Größe der Noten beim Fotokopieren mit sorgfältig gewählter Vergrößerungseinstellung („Zoom“) optimiert werden. Falls es sich um auszudruckende pdfs handelt, lassen sich die Dateien mit Adobe Acrobat „zuschneiden“…
Taktzahlen… Manchmal wurden die Noten so fotokopiert, dass – aus Versehen, weil sie eben möglichst groß kopiert werden sollten – der linke Rand mit den Taktzahlen „abgeschnitten“ wurde. Oder es handelt sich um ältere Noten-Ausgaben ganz ohne Taktzahlen oder „Ziffern“ / Buchstaben. Ist es dann zumutbar, dass alle ihre Takte selbst auszählen und Taktzahlen eigenhändig in ihre Noten eintragen? Falls ja, erweist sich als hilfreich, allen Beteiligten als Orientierungshilfe die Taktzahlen einiger markanter Stellen mitzuteilen, als da wären: Fermaten / Generalpausen, Wiederholungszeichen, „a tempo“ und ähnliche Angaben sowie die Gesamtzahl der Takte eines Satzes. Sollte es nämlich beim Auszählen der Takte zu einer Diskrepanz kommen, muss die erneute Taktzählung nicht von ganz vorn begonnen werden, sondern nur beim letzten Orientierungspunkt, bei dem sie noch mit der mitgeteilten Taktzahl übereinstimmte. Achtung: Auftakte werden nicht mitgezählt, Takt 1 ist der erste Volltakt. Und bei Wiederholungen zählen wir die Takte unter den beiden „Häusern“ nur einmal: Der erste Takt im 2. Haus bekommt dieselbe Taktzahl wie der erste Takt im 1. Haus!
Weitere Hinweise zur optimalen Vorbereitung des Notenmaterials – ein Exkurs für Notenvorbereitungsoptimierungsspezialisten: Wurden die Noten doppelseitig kopiert, sind sie also umzublättern? Dann empfiehlt es sich, sofern es am Ende der Seiten Pausentakte und somit Zeit zum Umblättern gibt, die Blätter zu einem Heft zusammenzukleben. (Vorsicht: Tesafilm u.ä. Materialien werden im Laufe der Zeit brüchig. Ich klebe Papier auf Papier.) Fehlen am Ende einer Seite ausreichend Pausentakte zum Umblättern, dann fotokopieren wir solche Seiten als sog. Schiebeblätter, die lose eingelegt bleiben und während mehrerer Pausentakte, über die ich – als Schiebeaufforderung – einen roten Pfeil nach links zeichne, von rechts nach links hinübergeschoben werden. Das Notenheft muss dann logischerweise so präpariert werden, dass die auf die Schiebeblattseite folgende Seite rechts liegt. Ideale Schiebeblätter sind sogar doppelseitig kopiert, so dass auf der Rückseite dieselben Noten stehen, wie auf der Seite selbst, beide Seiten also identisch sind. Dann ist es nämlich egal, wie das Notenheft später wieder aufgeschlagen wird: Immer zeigt die Schiebeblattseite die Noten (und nicht etwa eine leere Rückseite).
Wer seine fotokopierten Seiten einzeln lässt (also nicht zu einem Heft zusammenklebt), hat, sofern alle Seiten nur einseitig kopiert wurden, beliebig viele „Schiebeseiten“. Hier sind dann aber mindestens Seitenzahlen wichtig! Gibt es (auch) doppelseitig kopierte, also umzublätternde Seiten, so besteht die Gefahr, diese beim Musizieren nicht als solche wahrzunehmen und sie – statt umzublättern – nach links zu verschieben. Spielt man dann auf der benachbart liegenden Seite weiter, wird man allen anderen um genau eine Seite voraus sein… Ein kleines „b. w.!“ am Ende der Seite wäre vielleicht hilfreich gewesen… (Fortsetzung siehe: Die Gerechtigkeitswiederholung, 3. Teil)



