Vielleicht kommt Ihnen das bekannt vor. Denn dieser Komponist war ein Wanderer zwischen den musikalischen Welten: Er liebte Stimmen, liebte Wortwitz, liebte Ensembleszenen, in denen sich Menschen auf der Bühne um Kopf und Kragen reden. Mindestens eine seiner Opern gehört heute noch zu den häufig gespielten Werken des komischen Fachs – ein Stück, bei dem der literarische Ursprung so bekannt ist wie der Name des alten Barden, der ihn erfand.
Obwohl die Oper für ihn das Zentrum seines Schaffens war, wandte er sich immer wieder festlichen Anlässen zu. Doch statt feierlicher Schwere ist seine Handschrift von klanglichen Überraschungsmomenten, einer wandelbaren Architektur und im Gedächtnis bleibenden Schlussbildern geprägt. Er schrieb einige wenige, dennoch nicht vergessene, repräsentative Ouvertüren zu kirchlichen und zeremoniellen Gelegenheiten, die ebendiesen Zug zu festlicher Pracht und szenischer Imagination zeigen.
Mit genug Fingerspitzengefühl gelang ihm außerdem ein organisatorisches Kunststück, das sein Ansehen über die Musik hinaus prägte. Aus einer Musikergruppe, die bis dahin eher im Schatten eines höfischen Apparates gestanden hatte, half er ein Ensemble zu formen, das sich künftig selbst verwalten sollte – eine für die damalige Zeit erstaunlich moderne Struktur, bei der die Spieler über künstlerische Fragen gemeinsam entschieden. Dieses Orchester existiert immer noch, und sein Name ist international so gut bekannt wie der eines großen Opernhauses oder eines gefeierten Dirigenten.
Er selbst betonte einmal, seine eigentliche Stärke liege „in jenem alten, reinen Style a capella […], welcher […] der einzige, dem kirchlichen Rithus wirklich convenirende ist.“ Diese Überzeugung war für ihn mehr als ein ästhetisches Bekenntnis: Seine gesamte Ausbildung wurzelte im geistlichen Fach, während er sich die Kunst der Oper nahezu vollständig autodidaktisch erarbeitete. So verwundert es nicht, dass das geistliche Repertoire in seinem Œuvre einen beträchtlichen Platz einnimmt – und selbst in seinen festlicheren Konzertstücken immer wieder jener klare, würdige Ton aufscheint, den er im liturgischen Stil ideal verwirklicht sah.
Seine Karriere endete tragisch früh, doch gerade jene festliche Ouvertüre mit dem alten Liedthema, die er eigentlich als gelegentliches Nebenwerk betrachtete, hat in der Adventszeit bis heute einen festen Platz im Konzertleben gefunden. Sie zeigt den gleichen Sinn für dramatische Erzählkraft wie seine Bühnenwerke und offenbart in ihren lichten Momenten, wie meisterhaft er es verstand, ein Werk zu eröffnen – sei es im Opernhaus, im Konzertsaal oder mitten in einer winterlichen Feier.
Wer war’s?


