Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie. Diesen Satz Ludwig van Beethovens nahmen sich nach seinem Tod anscheinend viele Menschen zu Herzen und begannen, selbst zu musizieren. So wurde aus dem Land der Dichter und Denkerinnen auch ein Land der Musikerinnen und Musiker. Mit dem Bund Deutscher Liebhaberorchester entstand dann vor 100 Jahren eine Interessenvertretung dieser nicht berufsmäßigen Orchester, die seitdem die Szene berät und vielfältig unterstützt. Gerne nehme ich das Jubiläum zum Anlass, dem Bundesverband und allen, die sich für das gemeinsame Musizieren in einem Amateurorchester engagieren, die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen leisten sowie Proben und Konzerte ermöglichen, herzlich Dank zu sagen. Die Orchester sind unverzichtbare Gestalter des Musiklebens in den Städten und Gemeinden. Sie sind Gemeinschaften, die Menschen unterschiedlicher Generationen und sozialer oder ethnischer Herkunft mit gemeinsamen Interessen und Zielen zusammenbringen können. Sie wirken mit Enthusiasmus und künstlerischem Anspruch und voller Liebe zur Musik in Konzertsälen, im öffentlichen Raum, in sozialen Einrichtungen oder Kirchen – auch dort, wo Berufsorchester nicht präsent sind. Sie ermöglichen damit Teilhabe für jene Menschen, die den Zugang zu traditionellen Konzertorten nicht haben oder sich nicht leisten können.
Möge das Jubiläumsjahr dem Musizieren in den Orchestern neue Kraft geben und zu einem großen Fest der Musik werden, zu einer Offenbarung, die uns so viel Freude und auch in schweren Zeiten Glück, Hoffnung und Zuversicht geben kann.

